Von Tür zu Tür für die Parti Socialiste

Von Tür zu Tür für die Parti Socialiste

PS-Mitglieder beim Wahlkampf am Kottbusser Tor
 

Am 22. April wählen rund 65 Millionen Französinnen und Franzosen einen neuen Präsidenten. Ein fester Kern aus zehn bis 15 in Berlin lebenden Mitgliedern der französischen Parti Socialiste (PS) ist derzeit unterwegs, um von Tür zu Tür zu gehen und zum Wählen aufzufordern.

„Notre ennemi, c’est l’abstention!“ – frei übersetzt: unser Feind ist das Nicht-Wählen-Gehen. Mit diesem Anspruch werben Naomi, Matthieu und Philipp, drei der„militants PS“, Anhänger der Parti Socialiste, für ihren Präsidentschaftskandidaten François Hollande. Es wird von einem Kopf an Kopf – Rennen zwischen dem amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem Kandidaten der französischen Sozialdemokraten Hollande ausgegangen. Aber auch ein anderer Name wird politischen Zündstoff mit sich bringen: Die Tochter des französischen Nationalisten Jean-Marie Le Pen, Marine Le Pen, tritt zur Wahl an. Seit Januar letzten Jahres ist sie zugleich Vorsitzende der rechtsextremen Front National (FN). Auch wenn sie der FN einen moderneren Anstrich zu geben versucht, machten ihre verbalen Attacken gegen Einwanderer oder für die Todesstrafe Schlagzeilen.Auch um eine Stichwahl zwischen der FN und der konservativen UMP (Union pour un mouvement populaire) wie im Jahr 2002 zu verhindern.

Insgesamt 7400 Französinnen und Franzosen sind in Berlin als wahlberechtigt gemeldet. Mit Listen und Straßenkarten ausgestattet, klingelten die PS-Anhänger an Türen in Kreuzberg. Prenzlauer Berg, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf. Ihr Engagement lohnte sich. Auch wenn einige der Berliner Franzosen unbekannt verzogen sind -  jene die ihre Türen öffneten und die freundlichen Wahlkämpfer empfingen, zeigten, dass die französische Politik bis nach Berlin vordringt. Auch wenn nicht alle François Hollande unterstützen, so wird doch diskutiert und nicht selten entspinnt sich ein kritischer Dialog über Demokratie im Allgemeinen und die aktuelle Politik im Besonderen. Darüber hinaus informieren die Wahlkämpfer im Alter zwischen 20 und 60 auch über den Kandidaten der PS zur Abgeordnetenwahl für den Kreis „Deutschland und Mitteleuropa“, Pierre-Yves Le Borgn.

Voraussichtlich wird es nach dem ersten Wahlgang am 22. April einen weiteren geben. Die Stichwahl findet dann am 06. Mai statt. Der Präsident Frankreichs wird alle fünf Jahre direkt vom Volk gewählt. Er verfügt über weitreichende politische Vollmachten. Seit 1995 regiert ein Kandidat der UMP. Der letzte Präsident der Parti socialiste war François Mitterand.

Foto: PS Berlin