Wieder Brandanschlag auf Falken-Haus

Wieder Brandanschlag auf Falken-Haus

Brandanschlag Anton-Schmaus-Haus 9.11.2011
 

Am frühen Morgen des 9. November 2011, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, ist erneut ein Brandanschlag auf das Anton-Schmaus-Haus der Neuköllner Falken verübt worden. Der SPD-Landesvorsitzende Michael Müller verurteilte den Brandanschlag auf die Neuköllner Falken-Einrichtung.

Bereits in der Nacht zum 27. Juni des Jahres hatten Rechtsextremisten das Haus, in dem nur einen Tag zuvor eine Kindergruppe übernachtete, in Brand gesteckt und dabei erheblichen Sachschaden verursacht.

Das Haus sollte am 4. Dezember wiedereröffnet werden. Die Arbeiten zur Instandsetzung waren noch in vollem Gange. Der Schaden ist erneut erheblich und macht die Nutzung für längere Zeit unmöglich. „Wir sind entsetzt über die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Rechtsextremisten und über die offensichtliche Hilflosigkeit der Politik", erklärte Karsten Thiemann, Vorsitzender der SJD-Die Falken Neukölln. "Um demokratische Kinder- und Jugendarbeit zu verhindern, scheuen die Verbrecher nicht davor zurück, Menschenleben zu riskieren, im Gegenteil: Sie nehmen Verletzung und Tod bewusst in Kauf. Nichts aber auch gar nichts unterscheidet die Neo-Nazis von heute von den Brandstiftern des 9. November 1938.“

Thiemann forderte nachdrücklich dazu auf, in den Berliner Koalitionsverhandlungen konkrete Schritte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und zur Stärkung demokratischer Jugendarbeit zu beschließen.  „Wir werden unsere Arbeit für die Demokratie und eine gerechtere Gesellschaft nicht aufgeben“, so Thiemann.

 

Müller verurteilt Anschlag

Der SPD-Landesvorsitzende Michael Müller zeigte sich entsetzt über den neuerlichen Anschlag auf die Einrichtung der sozialdemokratischen Kinder- und Jugendeinrichtung: „Es sind Feinde unserer Gesellschaft und der Demokratie, die an Orten der Kinder- und Jugendarbeit Feuer legen. Die Brandstiftungen sind nicht nur Anschläge auf das vielfältige, zu großen Teilen ehrenamtliche Engagement der Falken – vielmehr wird hier bewusst Angst geschürt und nicht zuletzt das Leben von Kindern und Jugendlichen gefährdet.“
Da die Täter auch beim heutigen Anschlag im Neonazi- Spektrum vermutet werden, fordert Müller alle gesellschaftlichen Kräfte auf, sich wachsam und wirksam gegen rechtsextreme Umtriebe einzusetzen. „Ein erster Schritt hierzu ist die Durchsetzung des von der SPD seit langem geforderten Verbots der NPD. So lange Rechtsextremisten scheinbar legal in den Reihen dieser fremdenfeindlichen und anti-demokratischen Partei agieren können, so langee werden die wirren Köpfe rechtsextremer Gewalttäter hieraus die Legitimität ihrer Verbrechen ableiten. Wir werden nie solche Gewalt, solche abscheulichen Angriff auf unsere freiheitlichen Grundwerte, solch menschenverachtendes Verhalten akzeptieren, sondern aufrecht und gemeinsam mit allen Demokratinnen und Demokraten dagegen stehen und für unsere Werte kämpfen - gestern, heute und in Zukunft.“

 

Jusos verurteilen Nazi-Brandanschlag auf Anton-Schmaus-Haus

Die Berliner Jusos verurteilten den erneuten Brandanschlag von Nazis auf das Anton-Schmaus-Haus der Neuköllner Falken und forderten ein entschlossenes Handeln gegen Nazis ein.
Der Landesvorsitzende der Jusos Berlin, Christian Berg, besuchte am Vormittag die Falken am zerstörten Haus und sprach ihnen die Solidarität aller Jusos aus. Er erklärte: „Erneut hat die Jugendbildungsstätte der Falken in Neukölln gebrannt - nur zwei Wochen, bevor das Haus nach dem ersten Anschlag neu eröffnet werden sollte. Wir verurteilen diesen brutalen Anschlag, bei dem bereitwillig die Verletzung und der Tod von Menschen in Kauf genommen wurde. Es ist unfassbar, dass Nazis gerade am Jahrestag des 9. November 1938 Einrichtungen demokratiefördernder und antifaschistischer Jugendarbeit angreifen.
Unser Ziel ist und bleibt, dass Nazis in dieser Stadt keinen Fuß auf den Boden kriegen. Die Einschüchterung, die von solchen Gewalttaten ausgehen soll, wird nicht funktionieren. Wir werden die Nazis bekämpfen und zurückdrängen, wo immer das nötig ist! Gleichzeitig muss sich der neue Berliner Senat vehement dafür einsetzen, dass solcher Nazi-Terror ein Ende hat. Wir Jusos fordern deshalb eine massive Aufstockung des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus und die solidarische Unterstützung antifaschistischer und demokratischer Bündnisse.“