Thierse trifft... Shermin Langhoff

Thierse trifft... Shermin Langhoff

Die 1969 im türkischen Bursa geborene Shermin Langhoff wuchs an der Westküste der Ägäis und später in Nürnberg auf. Im Anschluss an ihre Schulzeit machte sie eine Ausbildung zur Verlagskauffrau und knüpfte erste Kontakte zur Kulturszene. Sie war Mitbegründerin der Kulturinitiative Nürnberg, die u.a. das Filmfestival Türkei-Deutschland initiierte. Nach langjähriger Tätigkeit als Redakteurin eines Fachbuchverlages absolvierte sie ein Volontariat beim NDR und war im Anschluß als Regieassistentin und Producerin beim Film tätig, wo Sie u.a. mit Fatih Akin für die Kinofilme „Gegend die Wand“ und „Crossing the Bridge“ zusammenarbeitete. 2003 gründete sie das Netzwerk kultursprünge und fing an neben Ihrer Filmarbeit als Kuratorin am Berliner Theater Hebbel am Ufer zu arbeiten. In dieser Zeit entdeckte sie mit ihrem Projekt beyond belonging viele junge Autoren und Regisseure wie Nurkan Erpulat, Neco Celik, Tamer Yigit u.a. für das Theater. 2008 verließ Langhoff das HAU und übernahm das „Ballhaus Naunynstraße“ in Kreuzberg, wo fortan zahlreiche Aufführungen von Eigen- und Koproduktionen stattfanden. Das postmigrantische Theater fördert neue Stücke und Inszenierungen sowie Nachwuchs und KünstlerInnen, die sich künstlerisch und kritisch mit der bisherigen Produktion und Rezeption aueinandersetzen und sich für die Konfliktzonen einer transkulturellen Stadtgesellschaft interessieren. In den ersten drei Spielzeiten gab es mehr als 30 Premieren und Uraufführungen und das Ballhaus konnte bereits über 75.000 Besucher verzeichnen. Langhoffs Produktionen „Schwarze Jungfrauen“ (2007) und „Verrücktes Blut“ (2010) erregten auch international Aufsehen und wurden zu allen bedeutenden Festivals eingeladen. 2011 wurde sie für ihre Arbeit mit dem europäischen Kulturpreis KAIROS der Toepfer-Stiftung sowie mit dem Reuterpreis für Völkerverständigung ausgezeichnet. Şermin Langhoff war immer neben den eigenen gemeinnützigen Initiativen in verschiedenen Ehrenämtern aktiv, u,a, im Rat für die Künste Berlin (2006-2009), Kuratorium Common Purpose Berlin(2009-2011), Unterstützerkreis der Ernst-Reuter-Initiative (seit 2008). Sie wohnt mit ihrer Familie in Berlin und wird ab 2014 gemeinsam mit Markus Hinterhäuser die künstlerische Leitung der Wiener Festwochen übernehmen.
Mit Wolfgang Thierse spricht sie über ihre Arbeit, und die Herausforderungen einer demokratischen Gesellschaft in Krisenzeiten, die Bedeutung der Kunst in einer diversifizierten Stadtgesellschaft und ihr Engagement in Kreuzberg und darüberhinaus.

„Thierse trifft…“: Shermin Langhoff
22. November 2011, 19.30 Uhr /Einlass ab 19 Uhr
Soda-Salon in der Kulturbrauerei Prenzlauer Berg

DER EINTRITT IST WIE IMMER FREI!