Frauenquote in Aufsichtsräten gefordert

Frauenquote in Aufsichtsräten gefordert

Dr. Eva Högl
 

Eine gesetzliche Frauenquote von mindestens 30 Prozent in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen haben Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien in einer "Berliner Erklärung" gefordert. Es sei ausdrücklich zu begrüßen, dass mit der „Berliner Erklärung“ ein breites gesellschaftliches Bündnis öffentlich eine verbindliche Geschlechterquote für Aufsichtsräte börsennotierter, mitbestimmungspflichtiger und öffentlicher Unternehmen in Deutschland fordert, erklärte die Berliner Bundestagsabgeordnete Dr. Eva Högl als zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion. "Darin zeigt sich eindeutig der gesellschaftliche Konsens, dass wir eine verbindliche Regelung brauchen", sagte Eva Högl. "Endlich setzt sich auch bei uns in Deutschland die Erkenntnis durch, dass wir mit freiwilligen Vereinbarungen nicht mehr weiterkommen. Damit ist das Ziel, die Gleichstellung, aber noch nicht erreicht. Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung."

Schon viel zu lange ringen CDU/CSU und FDP um eine klare Position, so die SPD-Bundestagsabgeordnete. Der Vorschlag von Ministerin Schröder zu einer sogenannten Flexiquote überzeuge offensichtlich auch nicht in eigenen Reihen. Die SPD zielt auf eine verbindliche, gesetzlich 40 Prozentquote nicht nur in Aufsichtsräten, sondern auch in Vorständen deutscher Konzerne. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wird die SPD- Bundestagsfraktion zur Abstimmung im Bundestag stellen.

Es sei unerträglich, wie viele hochqualifizierte Frauen in Deutschland an die „gläserne Decke“ stoßen, kritisierte Eva Högl. "Nur 2,5 Prozent der Vorstandsposten der 200 größten deutschen Unternehmen sind mit Frauen besetzt. Ein Skandal! Unsere Frauen haben starke und klare politische Rahmenbedingungen verdient, die aufräumen mit diskriminierenden Zuständen. Daher ist es enttäuschend, dass auch hier Ministerin Schröder nur halbherzige Vorschläge macht. Kämpferisch scheint hingegen Arbeitsministerin von der Leyen. Doch haben wir bei ihr nur zu oft erleben müssen, dass es bei Worten blieb. Als ehemals zuständige Ministerin hat sie jedenfalls das Thema nie zu ihrem Markenzeichen gemacht. Die Zeit drängt, denn 2013 werden viele Aufsichtsräte neu gewählt. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern CDU/CSU und FDP auf, unserem Gesetzentwurf im Bundestag zuzustimmen. Es wird sich zeigen, ob den Worten der Vertreter und Vertreterinnen der Koalition auch Taten folgen."