10. Dezember: Demonstration gegen Rassismus

10. Dezember: Demonstration gegen Rassismus

Ein breites Bündnis  ruft  in Berlin zu einer Demonstration gegen Rassismus am 10. Dezember auf. Start ist um 11 Uhr am Alexanderplatz - Marx-Engels Forum.

Gegründet worden ist das Bündnis auf Einladung des Migrationsrats Berlin-Brandenburg (mrbb) von über 100 Vereinen und Einzelpersonen.

Auslöser war die Mordserie von Neonazis an Menschen mit türkischem und griechischem Migrationshintergrund. Dass dabei in Behörden und Medien von „Döner-Morden“ gesprochen wurde, zeigt nach Ansicht des Bündnisses allerdings, dass Rassismus nicht nur an den rechtsextremen Rand zu verweisen ist, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft vorkommt und dort geduldet wird. Der Migrationsrat will deshalb eine breite gesellschaftliche Debatte über institutionellen und alltäglichen Rassismus und seine verschiedenen Ausdrucksformen anstoßen. Das Bündnis hat inzwischen verschiedene Arbeitsgruppen zur Planung der Demonstration und zu weiteren Aktivitäten im kommenden Jahr eingerichtet. „Der demütigende Umgang mit den Opfern, das Versagen der Polizei, die ungeklärten Verstrickungen des Verfassungsschutzes und der NPD, die Überheblichkeit der Wissenschaft und die Art und Weise der Berichterstattung wurden vom Bündnis angeprangert“, so Frau Sanchita Basu, Mitglied des Vorstandes des mrbb.
Nicht nur die Politiker_innen haben versagt, sondern der Staat und sein ganzer Apparat“, heißt es in einem Demonstrationsaufruf. „Der institutionelle Rassismus herrscht in den Fluren der Verwaltungen, der alltägliche Rassismus drückt sich in unserer Sprache und unseren Denkstrukturen aus. Rassismus hat nicht erst mit den Morden der NSU begonnen, seine Wurzeln sind tief in den Köpfen verankert. Es besteht Handlungsbedarf!“ 

Demonstration: Samstag,  10. Dezember 2011 (Internationaler Tag der Menschenrechte),   Auftakt: 11 Uhr, Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz - Marx-Engels Forum, Ende: 13:30 Uhr, Platz des 18. März