Sigmar Gabriel diskutierte in Zehlendorf

Barbara Loth im Gespräch mit Sigmar Gabriel
 

Für Sigmar Gabriel waren die Begeisterung und das politische Interesse der rund 80 Diskussionsteilnehmer „ein sehr hoffnungsvolles Zeichen“. Im Ratskeller Zehlendorf diskutierten der SPD-Vorsitzende, der SPD-Abgeordnete Holger Thärichen und Bürgermeisterkandidatin Barbara Loth am 8. August über die Themen Europa und soziale Gerechtigkeit.

Gabriel ließ in seiner rund 40 Minuten langen Rede immer wieder Raum für Fragen, Bemerkungen und Unterbrechungen. Deutschland sei der größte Gewinner der Euro und der europäischen Integration gewesen, meinte Gabriel. „Doch hängen wir davon ab, ob es den anderen gut geht“, sagte er. Um die Stabilität Europas zu sichern, müsse es mehr als Rettungspakete und Sparpolitik geben. „Wir brauchen mehr Regulation und Besteuerung der Finanzmärkte und neue Anreize im Wachstum“, so Gabriel. Ohne koordinierte Investition in das Wachstum und die Zukunft Europas sei die Frustration der jungen Leute auf der Straße in Griechenland und in anderen Länder verständlich, meinte er.

Gabriel sprach auch über die deutsche Innenpolitik. Der Wert von Arbeit gehöre zum Herz der Sozialdemokratie, sagte er. „Deswegen brauchen wir so bald wie möglich einen gesetzlichen Mindestlohn und gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“ Zudem brauche Deutschland mit seiner älter werdenden Bevölkerung auch eine neue Haltung zur Alterung. Menschen die lebenslang schwer gearbeitet haben, haben eine würdige Rentenzeit verdient. „Arbeit muss sich lohnen“, sagte Gabriel.

Im Anschluss beantwortete Gabriel viele Fragen zu den Themen wie Hartz IV, Kirchensteuer oder Afghanistan-Einsatz. Fast alle im Raum meldeten sich zu Wort – und Gabriel hat Fragen und Meinungen mit Interesse aufgenommen.

Rachel Weiler