Rotes Tuch für "dokumentartheater berlin"

Rotes Tuch für "dokumentartheater berlin"

Rotes Tuch 2011
 

1978 wurde der Jugendmedienpreis "Das Rote Tuch" erstmals verliehen. In diesem Jahr ging der Preis an das "dokumentartheater berlin" für die Inszenierung "Vergessene Biografien". Vergeben wird der Preis von der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf  und der Berliner SPD.

Mit dem Preis, der mit 2.500,– Euro dotiert ist, werden Werke ausgezeichnet, in denen antidemokratische oder neofaschistische Tendenzen in unserer Gesellschaft kritisch dargestellt, demokratisches Handeln der jungen Generation, insbesondere auch gegenüber Minderheiten, gefördert und zur Immunisierung der Jugend gegen antidemokratische Bestrebungen in unserer Republik beigetragen wird. Die Auswahl aus allen eingereichten Vorschlägen trifft alle zwei Jahre eine Jury unter Vorsitz von Carolina Böhm.

 
Rotes Tuch 2011
 

Das dokumentartheater berlin des Vereins Berliner Unterwelten erzählt in seiner jetzt ausgezeichneten Inszenierung von Migranten und Schwarzen Menschen im Nationalsozialismus. Zusammen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen des  Jugendcafés NIghtflight in Charlottenburg  gingen die Theatermacher auf Spurensuche. Sie finden Fotos eines türkisch-jüdischen Jungen, Tagebücher eines  afro-deutschen Mädchens, das Zwangsarbeit leisten musste,  machen die Lebensgeschichte eines türkischen Juden im Berliner Untergrund ausfindig. Neben dem Theaterstück entsteht eine Ausstellung.  Ein Stück verdrängter Geschichte wird mit der Inszenierung wieder erlebbar.

Die Laudatio hielt taz-Chefredakteurin Ines Pohl.

 

Fotos: Lutz Schertges