Die Folgen des Mauerbaus für die SPD in Ost-Berlin

Gedenken an die erzwungene Schließung der SPD-Büros in Ost-Berlin nach dem Mauerbau

Gedenkveranstaltung der SPD Friedrichshain-Kreuzberg auf dem Boxhagener Platz
 

Vor 50 Jahren wurde neun Tage nach dem Mauerbau am 13. August 1961 das letzte der acht SPD-Kreisbüros in Ostberlin von Volkspolizisten geschlossen. Wenige Tage später beschloss der Vorstand der Berliner SPD die Auflösung der Partei in Ostberlin (Berliner Stimme 08/2011). Aus diesem Anlass lud am 22. August die SPD im Boxhagener Kiez in Friedrichshain zu einer kleinen Gedenkveranstaltung am Boxhagener Platz ein. Denn dort befand sich in der Krossener Straße 22 von 1946 bis zur Schließung 1961 das Kreisbüro der SPD Friedrichshain. Heute werden hier Hamburger gebraten. Zur Erinnerung wurden auf dem Platzpflaster einige großformatige Fotos von dem damaligen Büro ausgebreitet. Der Abteilungsvorsitzende Sven Heinemann schilderte den Anwesenden die Geschichte der Berliner SPD in Ostberlin - vielen Mitgliedern wissen heute nicht, dass es auch nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED 1946 und nach Gründung der DDR 1949 weiterhin SPD-Büros und Parteistrukturen in Ostberlin gab. Allein in Friedrichshain zählte die Partei zum Zeitpunkt der Auflösung vor 50 Jahren noch rund 750 Mitglieder. Als Zeitzeuge war Helmut Hampel, von 1990 bis 2001 Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow, der Einladung zu der Gedenkveranstaltung gefolgt. Er erzählte, wie er 1953 in Friedrichshain in dem Kreisbüro am Boxhagener Platz Mitglied der SPD wurde und wie er die Schließung des Büros 1961 miterlebte. Zudem berichtete er detailliert über das damalige Parteileben. Zum Schluss las Sven Heinemann das Sendungsprotokoll von RIAS-Berlin vor. In der Sendung am 25.08.1961 sprach der damalige stellvertretende SPD-Vorsitzende Herbert Wehner zur Auflösung der SPD im Ostsektor von Berlin: „Dies ist kein Abschied, dies ist eine von roher Gewalt erzwungene schmerzliche Maßnahme, die der Sicherheit der Mensachen dient, soweit das menschenmöglich ist.“