Zöllner: Hochschulgesetz bietet mehr Autonomie

Zöllner: Hochschulgesetz bietet mehr Autonomie

Porträt Bildungsminister Jürgen Zöllner
 

Berlins neues Hochschulgesetz soll die Lehre stärken, den Prüfungsstress der Studierenden verringern und den Hochschulen mehr Autonomie bieten. Zugleich öffnet es den Hochschulzugang auch für Nicht-Abiturienten, die sich beruflich qualifiziert haben. Noch im Mai will das Abgeordnetenhaus das neue Gesetz beschließen.
Die Modernisierung, so Berlins Bildungs- und Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner, stand auf der Tagesordnung, tauchten doch Begriffe wie Bachelor oder Master im alten Gesetz bislang gar nicht auf. Den jetzigen Beratungen vorangegangen ist ein intensiver Diskussionsprozess mit allen Beteiligten.
In ganz Deutschland hatten Studierende vor zwei Jahren auf eine Verschlechterung der Studienbedingungen aufmerksam gemacht. „Natürlich haben wir die Proteste der Studierenden gehört, auch wenn wir nicht jede Forderung erhört und wunschgemäß umgesetzt haben“, sagte Jürgen Zöllner jetzt im Interview mit der SPD-Wochenzeitschrift „Berliner Stimme“. „Als Senatsverwaltung ist es aber auch unsere Aufgabe, zwischen den durchaus unterschiedlichen Interessen der am Studienprozess Beteiligten, und auch zwischen Wünschen und Erfordernissen eine sachgerechte Balance zu finden.“
Diese Balance sieht er auch in anderen Bereichen gewahrt, etwa bei den Regelungen für private Universitäten oder bei der Autonomie der Universitäten. Es gehe darum, „für einheitliche und zeitgemäße Rechtsverhältnisse zu sorgen“, so Jürgen Zöllner. „Aber es ist nicht unsere Aufgabe, die Hochschulen zu gängeln.“
Berlin hat im bundesweiten Vergleich bereits heute einen relativ hohen Anteil an Studienanfängerinnen und Studienanfängern ohne Abitur. Der Kreis der Studienberechtigten wird nun nochmals ausgedehnt. Jürgen Zöllner: „Schon lange gibt es gerade auch in der SPD den Wunsch, den Hochschulzugang nicht unsinnig zu beschränken. Wer beispielsweise einen Meister gemacht hat und dann vielleicht sogar selbst schon in der Ausbildung tätig war, verfügt doch allemal über Qualifikationen, die einem Abitur vergleichbar sind. Wer fertige MTA ist, dürfte für ein Medizinstudium nicht unbedingt schlechter qualifiziert sein als ein Abiturient mit 1,0.“

 

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