Charlottenburg-Wilmersdorf: Erste Bilanz der Schulreform

Charlottenburg-Wilmersdorf: Erste Bilanz der Schulreform

von links nach rechts: Kuhring, Grunenwald, Zinke, Schuknecht, Tesch
 

Berliner Schule in Bewegung – unter diesem Motto zogen Fachleute aus Schulpraxis- und Verwaltung am 15. September 2010 eine erste Bilanz in Charlottenburg-Wilmersdorf.

 

In Berlin wird mit diesem Schuljahr eine umfassende Bildungsreform fortgesetzt: Länger gemeinsam lernen, kein Kind zurücklassen, bessere Binnendifferenzierung, mehr individuelle Förderung, Integration statt Ausschluss, verlässliche, qualitätsstarke Ganztagsbetreuung sind nur einige Stichworte, die die Ziele der Schulstrukturreform in der Hauptstadt beschreiben.

 

Wie sieht es an den Schulen und in der Verwaltung einige Wochen nach Beginn des ersten Sekundarschuljahrs aus? Die Kudamm-Abteilung der SPD und die Arbeitsgemeinschaft für Bildung Charlottenburg-Wilmersdorf wollten es genau wissen und haben gemeinsam eingeladen zum Podiumsgespräch in die Reformschule Charlottenburg, eine der acht neuen Sekundarschulen des Bezirks: den GEW-Vorsitzenden der Schulleitervereinigung und Leiter der Friedensburg-Oberschule Paul Schuknecht, den neuen Schulleiter der Ersten Reformschule Charlottenburg, Martin Grunenwald, Günther Kuhring von der Bezirks-Schulaufsicht und die Bildungsstaatssekretärin Claudia Zinke. Aus dem Parlament auf dem Podium: Felicitas Tesch, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.


„Atmosphäre des Aufbruchs“


Einhellig nimmt man auf dem Podium eine „Atmosphäre des Aufbruchs“ (Paul Schuknecht) wahr. „Die Lehrer sind motiviert, und Geld ist genug da“, stellt die Staatssekretärin zufrieden fest – auch für die Fortbildung.“ „Die Akzeptanz ist hoch“, findet auch Martin Grunenwald, der die neue Reformschule als Schulleiter erst seit wenigen Wochen in die neue Zeit führt.

Insbesondere die Stärkung des dualen Lernens – mehr Praxis und Berufsnähe in die Schulen, Kooperationen mit Sportvereinen, Musikschulen, freien Trägern, Möglichkeit des Ganztagsunterrichts – und der Wegfall der äußeren Leistungsdifferenzierung sei ihm politisch wie pädagogisch hochwillkommen, betonte Schuknecht. Allerdings müssten viele Lehrer erst lernen, damit umzugehen, dass die Schulen unliebsame Schüler nun nicht mehr wegschieben könnten.


„Die Hauptschule war ein Auslaufmodell“, findet auch Felicitas Tesch. Ein Problem allerdings sei, dass nicht genügend Fachlehrer insbesondere in den naturwissenschaftlichen Fächern zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt deshalb wünschen sich denn auch die Schulleiter Grunenwald und Schuknecht noch mehr Eigenverantwortung für die Schulen – auch im Hinblick auf freieres Finanz- und Personalmanagement, um die speziellen Bedarfe besser und rascher decken zu können. Aber erstmal ist man stolz auf das Erreichte. „Ich hoffe, dass wir die gute Arbeit für mehr Bildungsgerechtigkeit auch in den kommenden Jahren fortsetzen können“, so der Ausblick der Bildungspolitikerin Tesch.
 
Katharina Körting

 

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