4. September | "Integrationsdebatte nicht verengt führen"

Klaus Wowereit: "Integrationsdebatte nicht verengt führen"

"Die Integrationsdebatte darf nicht auf Zuwanderer verengt werden. Wir müssen die soziale Spaltung insgesamt bekämpfen", hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in einem Beitrag für die Berliner Zeitung (4. September) festgestellt.

Integration neu denken heiße, davon wegzukommen, dass wir hauptsächlich über ethnische Herkunft und religiöse Weltanschauung sprechen, wenn das Thema Integration aufgerufen wird, so Wowereit. "Integration ist eine zutiefst soziale Frage, die ganz eng mit Aufstieg und Aufstiegswillen und damit mit Bildung und Qualifizierung zusammenhängt. Statt einer Aneinanderreihung von Statistiken und Negativbeispielen brauchen wir Vorbilder, die motivieren und deutlich machen: ,Du kannst es schaffen, wenn Du willst, und dann helfen wir Dir dabei.'"

Integrationspolitik in Berlin folge dem Prinzip „Klare Regeln – faire Chancen“, schrieb Wowereit. Mit der gebührenfreien Kita und der Einführung der Sekundarschulen würden die Bildungschancen deutlich verbessert.

 

"Gleichzeitig setzen wir aber auch klare Regeln dort, wo Grenzen nötig sind. Berlin gilt deutschlandweit als Vorreiter im Kampf gegen die Jugendkriminalität. Basierend auf dem „Neuköllner Modell“ der verstorbenen Jugendrichterin Kirsten Heisig haben wir beschleunigte Verfahren für jugendliche Täter entwickelt, die keine zu hohen Strafen zu erwarten haben. Hier muss die Strafe möglichst so erfolgen, dass die Jugendlichen die Konsequenzen ihrer Tat möglichst schnell spüren. "

 

Politik habe aber auch die Aufgabe, Unsicherheiten entgegenzuwirken. "Es sind die kleinen Sorgen des nachbarschaftlichen Zusammenlebens: Die Rentnerin, die seit Jahrzehnten in ihrem Kiez lebt, und inzwischen Probleme hat, sich dort zu orientieren, weil sich alles verändert hat. Pöbeleien auf der Straße oder im öffentlichen Nahverkehr. Entstandene Parallelgesellschaften, die Integration erschweren. Die Angst, an den Rand der Stadt gedrängt zu werden. Ja, diese Ängste gibt es. Sie münden oftmals in Misstrauen, das nicht selten der Einfachheit halber auf den Islam als Religion projiziert wird und so das Integrationsklima zusätzlich erschwert. So falsch diese Ableitung auch ist, wir müssen uns ihr stellen. Politik muss dort eingreifen, wo Unsicherheiten entstehen. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass die Politik sich um Ordnung kümmert."

zum vollständigen Beitrag bei der Berliner Zeitung

 

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