AG Migration: "Diffamierende Äußerungen"

AG Migration: "Diffamierende Äußerungen"

Als "diffamierend und gefährlich populistisch“ hat die Vorsitzende der AG Migration in der Berliner SPD, Ülker Radziwill, Vorabveröffentlichungne aus dem Buch von Thilo Sarrazin bezeichnet.
"Spätestens jetzt haben wir Thilo Sarrazins Meinungsäußerungen zum Thema Integration von muslimischer Bevölkerung schwarz auf weiß in seinem Buch. Er kann nun nicht mehr das Argument vorschieben, er sei von Journalisten falsch verstanden oder falsch zitiert worden", so die SPD-Abgeorndte. "Und die Vorabveröffentlichung machen seine menschenverachtende Grundhaltung wieder nur zu deutlich: Wer in unserer Demokratie Menschen allein nach ,wirtschaftlichen Mehrwert' und ,Verwertbarkeit' beurteilt, hat aus der Geschichte unseres Landes anscheinend nichts gelernt. Das ist zutiefst un-sozialdemokratisch, er hat seine politische Heimat nicht mehr in der Sozialdemokratie."

Es sei unerträglich, dass Sarrazin die Lebensleistung ganzer Gastarbeitergenerationen für den Wohlstand Deutschlands, die diesen mit ihrer Gesundheit bei schwerer körperlicher Arbeit bezahlt haben, so diffamiere, sagte die SPD-Politikerin. "Wir distanzieren uns ausdrücklich und aufs Schärfste von seinem Menschenbild und von seiner Gesellschaftsvorstellung. Er blendet politische Entscheidungen der Vergangenheit – wie die Nicht-Anerkennung von Bildungsabschlüssen – und die dadurch entstehenden Integrationshürden für die Einwanderer aus. Sein Weltbild über Muslime und muslimische Lebenswelten ist einseitig und von Angst geprägt, er verallgemeinert. Das ist ver-antwortungslos, diffamierend und gefährlich populistisch. Für uns ist Sarrazin schon lange kein Sozialdemokrat mehr."