Gerhard Schröder bei Einweihung der Otto-Wels-Stele

Gerhard Schröder bei Einweihung der Otto-Wels-Stele

MIt der Einweihung einer Gedenkstele in der Nähe seines langjährigen Wohnortes in Berlin-Friedrichshagen erinnert die SPD am 16. September an den früheren SPD-Parteivorsitzenden Otto Wels. Die Stele wird gemeinsam mit dem  ehemaligen Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Gerhard Schröder der Öffentlichkeit übergeben. Er ist seit Juli 2006 Schirmherr der Aktion „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“.

 

"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." Mit diesen Worten hatte der Parteivorsitzende der SPD, Otto Wels, im Reichstag 1933 das Ermächtigungsgesetz abgelehnt. Mit der Gedenkstele erinnert die deutsche Sozialdemokratie  jetzt an seinen Mut, aber auch an all jene, die sich mit Leib und Leben für die deutsche Demokratie eingesetzt haben, und zugleich allen Demokraten Mut machen, auch dort für eine starke Demokratie einzutreten, wo Rechtsextremisten beginnen wieder Fuß zu fassen.


Als Wels gemeinsam mit den SPD-Abgeordneten am 23. März 1933 den Weg zur Kroll-Oper, dem provisorischen Tagungsort des Reichstages, beschritt, passierte er ein Spalier von johlenden und drohenden SA-Männern. Obwohl ihm nahegelegt wurde, nicht selbst ans Rednerpult zu treten, und obwohl keine Aussicht darauf bestand, den nationalsozialistischen Umsturz parlamentarisch zu stoppen, ließ sich der SPD-Vorsitzende nicht von seiner Absicht abbringen.
Tatsächlich waren Freiheit und Leben von Sozialdemokraten im März 1933 bedroht. Otto Wels hatte wegen des Terrors der Nationalsozialisten seit Wochen nicht mehr in seinem Haus in der Rahnsdorfer Str. 23 in Berlin-Friedrichshagen leben können. Zeitweise hatte er Deutschland verlassen müssen. Viele Sozialdemokraten, Parteiführer ebenso wie Tausende von einfachen Parteimitgliedern, endeten in Konzentrationslagern oder im Exil. So auch Otto Wels: Er starb am 16. September 1939 in Paris.

 

Einweihung der Gedenkstele für Otto Wels

16. September 2009
10.30 - 11.15 Uhr
Bölschestraße 27–30 in Berlin-Friedrichshagen
vor der Christophoruskirche