Björn Böhning Gespräch mit Natascha van Dyck

Kreativpakt zwischen Kultur und Politik

Natascha van Dyck und Björn Böhning
 

Kultur und Kreativwirtschaft prägen den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Björn Böhning, SPD-Bundestagskandidat in diesem Wahlkreis, unterhielt sich jetzt mit Natascha van Dyck, Musikmanagerin und Ehefrau von Paul van Dyck, DJ und Musikproduzent, über Urheberrechte, Absicherung und Vergütung von Künstlern. Die beiden trafen sich im WAHLlokal.

Mit Freude sehe Natascha van Dyck dem Kreativpakt Frank Steinmeiers entgegen. Paul van Dyck und weitere Kollegen aus der Künstlerbranche wie der Filmemacher und Oscar-Preisträger Pepe Danquart, der Blogger und Sachbuchautor Sascha Lobo und Tim Renner, Gründer von Motor FM und ehemals langjähriger Manager der Plattenindustrie hätten bereits den Kreativpakt unterzeichnet.

"Mit dem Kreativpakt werde die Arbeit von Künstlern wieder wertgeschätzt" lobte Van Dyck. Sie erklärte aus ihren Erfahrungen in der Musikbranche heraus, warum der Kreativpakt so wertvoll ist:

Das Internet sei für Musiker und andere Künstler ein Segen und ein Fluch. Auf der einen Seite biete das Internet den Künstlern enorme Möglichkeiten sich weiterzubilden und künstlerische Ergebnisse zu veröffentlichen. Auf der anderen Seite könne Produktpiraterie so gut wie nicht verhindert werden. CDs, MP3s würden kaum mehr gekauft. Musiker und Plattenlabels verdienen weniger Geld. Personalabbau sei die Folge. Der Kreativpakt halte strengere Regeln durch den Staat deshalb unabdingbar.

Böhning und Van Dyck wollen beide, dass künstlerische Fähigkeiten der Kinder stärker in den Schulen gefördert werden. Zudem müssten Schülerinnen und Schüler im Umgang mit der Informationsflut im Internet unterrichtet werden. Van Dyck forderte eine Anlaufstelle für die Jugendlichen, wo sie erfahren, wie und wo sie im Bereich Kunst oder Musik arbeiten kann. Jeder solle den gleichen Informationsstand haben. Dafür sehe der Kreativpakt das Fach Medienerziehung vor.

Übungsräume können sich nur noch Bands leisten, die bereits einen Plattenvertrag haben. Ateliers sind nur für anerkannte Künstlerinnen und Künstler bezahlbar. Böhning berichtete, im Rahmen des Kreativpakts werde diskutiert, ob Entwicklungsräume in besonders kreativen Stadtteilen von der öffentlichen Hand gefördert werden sollen. 

"Immer noch herrsche das Bild der Blaumänner in den Köpfen der Menschen" bedauerte Van Dyck. Doch wie sehe ein Internetarbeiter aus? In der wachsenden Dienstleistungsbranche und im Bereich der Kreativschaffendem arbeiten die meisten Menschen mit dem Computer und kommunizieren per Internet. Dem Außenstehenden fehle dadurch das "haptische Erlebnis" und es falle es ihm schwer, den Job als harte Arbeit zu begreifen. Der Kreativpakt werde dies ändern. Ein entscheidender Grund mehr, am Sonntag, 27. September die SPD zu wählen, so die beien Diskutanten.

Text/Fotos: Petra Wolf