Zöllner Schulreform

Eine neue Schule in Berlin - Diskussion mit Jürgen Zöllner

Bundestagskandidat Jörg Stroedter begrüßt Bildungssenator Jürgen Zöllner vor dem Fontanehaus im Märkischen Viertel.

Bundestagskandidat Jörg Stroedter begrüßt Bildungssenator Jürgen Zöllner vor dem Fontanehaus im Märkischen Viertel.

 

Welche Vorteile die neue Schulstrukturreform bietet, war am 7. Juli im Fontanehaus im Märkischen Viertel Thema der „Wochen der Reinickendorfer SPD“: Bildungssenator Prof. Dr. E. Zöllner stellte sich gemeinsam mit Jörg Stroedter, Bundestagskandidat der SPD Reinickendorf, der Diskussion mit Eltern, Lehrern und Schülern.

„Wir wollen Bildung für die gesamte Gesellschaft. Mit der Schulstrukturreform schaffen wir Chancengleichheit und bessere Förderungsmöglichkeiten“, erläuterte Zöllner das neue Bildungssystem in Berlin.

Die bisherige Haupt-, Real- und Gesamtschulen werden zu einer integrierten Sekundarstufe zusammengefasst. Damit sieht die neue Schulstrukturreform ab Klasse 7 nur noch ein zweigliedriges Schulsystem vor: Die Integrierte Sekundarschule und das Gymnasium.

Auf der Integrierten Sekundarschule haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, alle Abschlüsse bis hin zum Abitur zu erwerben. Die Bildungsstandards und Schulabschlüsse sind gleichwertig mit denen des Gymnasiums. Der Unterschied: Auf der Integrierten Sekundarschule sieht die Stundentafel der Klassen 7 bis 10 eine geringere Anzahl der Unterrichtsstunden in der Woche vor, dafür ist das Abitur erst ab Klasse 13 möglich. Für die  Schülerinnen und Schüler besteht aber weiterhin die Möglichkeit nach Klasse 10 aufs Gymnasium zu wechseln, um ab Klasse 12 die Prüfung der Hochschulreife abzulegen.

Jörg Stroedter lobte Zöllners Einsatz und begründete auch warum: „Die Hauptschule ist zur Restschule geworden. Nur 5-6% der Schülerinnen und Schüler in Berlin besuchen heutzutage die Hauptschule, davon verlassen viele die Schule ohne Abschluss. Nach der Reform werden Haupt-, Real- und Gesamtschulen fusionieren. Auf der Integrierten Sekundarschule die Schüleranzahl der Klassen auf 25 begrenzt sein, es wird ein Ganztagsbetrieb angeboten, ein Duales Lernen in Form von Praktika in Betrieben, Schülerfirmen. Produktives Lernen bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Arbeitswelt vor. Ich finde es gut, dass wir viel Geld investieren in kleinere Klassen, in Ganztagsbetreuung und - was mir als Wirtschaftsexperte besonders am Herzen liegt - in eine engere Verzahnung zwischen Schule und Wirtschaft. Alle haben die Chance Abschlüsse bis zum Abitur zu machen.“

 
Auf dem Podium: Jörg Stroedter, Jürgen Zöllner und der Moderator Gerald Walk (Mitte)

Auf dem Podium: Jörg Stroedter, Jürgen Zöllner und der Moderator Gerald Walk (Mitte). Bildunterschrift anzeigen ja

 

Nach Ansicht Zöllners gebe Berlin mit der Schulreform den Sekundarschulen und Gymnasien mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Die Schulen können von nun an ein stärkeres Profil in Sport, Musik, Mathematik oder in Sprachen zulegen. Die Schulleitung kann im Rahmen von Auswahlverfahren oder persönlichen Gesprächen 70 Prozent der vorhandenen Plätze vergeben. Davon erhalten 10% der Kinder mit Behinderung oder aus prekären sozialen Verhältnissen einen Platz. Aber auch eine vernünftige Geschwisterregelung wird gesichert sein. 30 Prozent der Plätze werden durch das Los entschieden. Das heißt für Zöllner im Klartext: „Wir stärken die Profilierung der Schulen einerseits deutlich, anderseits geben wir mit dem Losverfahren jeden eine faire Chance, auf die Schule zu gehen, die er möchte. Wenn ein Schüler bis zur 7. Klasse kein Instrument erlernt hat, so kann dennoch ein musikalisches Talent ihn im schlummern.“

Die neuen Reglungen für den Zugang zu den künftigen Sekundarschulen und Gymnasien werfen beim Publikum Fragen und Ängste auf: „Sekundarschule oder Gymnasium? - Wer entscheidet darüber?“
„Der Elternwille soll eine zentrale Rolle spielen“ entgegnete Zöllner. „Nach einem verbindlichen Beratungsgespräch mit der Grundschule können die Eltern frei wählen, welche Schule ihr Kind besuchen soll. Das Probejahr auf dem Gymnasium in Klasse 7 bleibt aber bestehen aus gutem Grund: Wir möchten, dass die Eltern die Grundschulempfehlungen Ernst nehmen. Wird die Schülerin oder der Schüler nach einem Jahr nicht versetzt, wird er oder sie in die integrierte Sekundarschule wechseln. Damit bauen wir eine Korrekturmöglichkeit ein, damit das Kind die individuelle Förderung erhält, die es braucht.

 

Text: Petra Wolf/Fotos: Alexander Tiedtke

 

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