Anwohnerversammlung in Spandau

Spandau

Im Kiez Neustadt startet das Quartiersmanagement

Pfarrerin Ute Pfeiffer begrüßt die Gäste. Auf dem Podium: Raed Saleh, Martin Matz, Susanne Pape, Sven Heinrich (v.l.n.r.)

Pfarrerin Ute Pfeiffer begrüßt die Gäste. Auf dem Podium: Raed Saleh, Martin Matz, Susanne Pape, Sven Heinrich (v.l.n.r.)

 

Gespräche im Kiez Neustadt

Zu einer Anwohnerversammlung luden die SPD Spandau und der Verein „Stark ohne Gewalt“ am 15. Juli ins Paul-Schneider-Haus an der Schönwalder Straße ein. Konkrete Probleme, die mit der Alkoholikerszene bestehen, und die Vorstellung des endlich beginnenden Quartiersmanagements standen auf der Tagesordnung und wurden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Spandauer Neustadt erörtert.
Raed Saleh, Kreisvorsitzender der SPD Spandau, eröffnete die bereits zweite Versammlung dieser Art und wollte wissen, ob und was sich seit der ersten Versammlung im vergangenen November im Zusammenleben der Menschen vor Ort verbessert hat.

 

"Es wird mehr miteinander geredet


„Ich habe den Eindruck, dass seitdem mehr miteinander geredet wird“, erklärte eine Bewohnerin. Die Probleme mit der Alkoholikerszene bleiben aber im Vordergrund, auch wenn es ein Aufeinanderzugehen zu geben scheint.
„Wie sind die Forderungen an die Politik, die Polizei, die Gesellschaft im Hinblick auf das Thema Alkohol in der Öffentlichkeit? Was können wir alle gemeinsam tun, damit es ein liebenswerter Kiez bleibt und dort, wo es Schwierigkeiten gibt, wieder ein lebenswerter wird?“ fragte Raed Saleh in die Runde, die eher den engagierten Teil der Kiezbevölkerung repräsentierte.

 

"Verdrängung bringt uns nicht weiter"

 

Denn so überwiegend  gutbürgerlich, wie es im Saal aussah, sieht es auf den Straßen rund um den Lutherplatz und die Schönwalder Straße nicht aus. Vor allem Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund waren nur vereinzelt vertreten. Dafür formulierte ein Vertreter aus der Alkoholikerszene immer wieder lautstark seine Forderungen. „Wenn wir nicht auf der Straße stehen sollen, dann gebt uns einen Raum, in dem wir uns treffen können.“ Diese Forderung ist nicht neu, aber jetzt besteht neue Hoffnung auf Umsetzung. „Das Bezirksamt hat aus den Fehlern anderer Ortsteile gelernt“, so Martin Matz, Bezirksstadtrat für Gesundheit und Soziales, und betont: „Verdrängung bringt uns nicht weiter. Einfach Bänke zu entfernen oder Verbotsschilder an ihnen anzubringen, verlagert das Problem nur in andere Wohngebiete.“ Er arbeitet an einem Projekt, das diesen Menschen langfristig einen Raum bieten soll.

 

Einsatz für das Quartiersmanagement


Auf den Vorwurf, warum gerade die Kirche die Bänke vor ihrem Kirchengebäude am Lutherplatz entfernt habe, verwies die Pfarrerin Ute Pfeiffer auch deutlich auf die Bedürfnisse der Anwohner und der Kirche hin: „Auf diesem Platz, der im Übrigen Privatgelände ist, hielten sich meist 40 – 50 Menschen aus der Alkoholikerszene auf, teilweise mit großen Hunden und oft auch lautstark bin in die Nacht hinein. Im Kirchengebäude befinden sich neun Mietwohnungen, die oft im Winter bezogen wurden und gleich im Frühjahr wieder leer standen, wenn draußen die Bänke belegt wurden. Diese Mieter ‚bezahlen’ ihre Miete teilweise mit der Instandhaltung des Kirchenumfelds und möchten nicht jeden Tag den Szenemüll vor ihrer Haustür entsorgen“.

Verständlich ist es, dass die Kirche ihre originellen Wohnungen belegt haben und damit auch zu einem interessanten Bewohnerklientel beitragen möchte.
Ein friedliches Miteinander aller muss im Vordergrund stehen. Raed Saleh hat sich monatelang dafür eingesetzt und nun kann es endlich losgehen: Seit dem ersten Juli etabliert sich das Quartiersmanagement in der Neustadt.

 

Ehrenamtliche Strukturen nutzen

 

„Quartiersmanagement kann es schaffen, Menschen miteinander zu verbinden. Die Neustadt hat starke Vereinsstrukturen und viele ehrenamtlich engagierte Menschen. Ich verbinde mit diesem neuen Impuls für die Neustadt große Hoffnungen“!
Die Vertreterin des Trägervereins S.T.E.R.N., Ulrike Herrmann, stellte sich auf dem Treffen vor und warb für die Mitarbeit im Quartiersbeirat und bei der Ideensammlung.
Die Spielplätze müssen vor Hunden und „Saufkids“ geschützt werden, Kinder müssen ohne Angst alleine ihren Schulweg gehen können und vor den Grundschulen muss noch viel für die Verkehrssicherheit getan werden.
Das waren nur einige Forderungen an die Politik. Eine Bürgerin brachte aber auch das auf den Punkt: „Der Stadtteil ist sehr stark, wenn sich jede/r Bewohner/in verantwortlich fühlt und seinen Teil dazu beiträgt!“
Eines verriet Ulrike Herrmann schon mal: Am 10. September soll es eine große Quartiersmanagement-Auftaktveranstaltung geben. Ob der erste Vorschlag aufgenommen wird, auf der dafür abgesperrten Schönwalder Straße zu feiern, wird sich zeigen.

Text und Fotos: Gabi Stern

 
Eine Bewohnerin, trägt Probleme im Kiez vor
 
 
Die neue Quartiersmanagerin, Ulrike Hermann, stellt sich den Anwohnerinnen und Anwohnern vor

Die neue Quartiersmanagerin, Ulrike Hermann, stellt sich den Anwohnerinnen und Anwohnern vor

 
 

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